BAe Aerospatiale Concorde

Die Concorde war eine Gemeinschaftsproduktion der französischen Aerospatiale und der British Aerospace. Die Regierungen beider Länder beschlossen im Jahre 1962, den Überschalljet gemeinsam zu bauen. Die Concorde wurde stets von beiden Ländern als Prestigeobjekt gesehen und so wurde die Concorde in beiden Ländern gefertigt.

Die Konstruktion der Concorde ist das Werk jahrelanger Ingenieursarbeit. Schon ihre Form mit Delta-Flügeln lässt sie wie ein Kampfjet aussehen. Die Concorde hat keine Landeklappen, konnte aber zur Landung die Nase absenken um den Piloten eine bessere Sicht nach vorne zu gewähren. Beim Start wurden zusätzlich zum Triebwerksschub noch Nachbrenner eingesetzt, die die Concorde auf 400km/h zum Start beschleunigen ließen.

Als eine Concorde am 2. März 1969 das erste Mal in Toulouse abhob, lagen bereits 75 Optionen verschiedener Airlines für den 128 Passagiere fassenden Jet vor. Damals war es unklar, wer von den nahezu zeitgleich erscheinenden Modellen Concorde und Boeing 747 das Rennen machen würde. Doch die Ölkrise brachte die Entscheidung. Durch den hohen Kerosinverbrauch der vier Rolls-Royce-Triebwerke erschien die Concorde als extrem unwirtschaftlich, und so annullierten alle Airlines ihre  Optionen auf den Jet- mit Ausnahme von British Airways und Air France, die als staatliche Fluggesellschaften den Jet notgedrungen nehmen mussten.

Somit taten nur zwölf Concordes ihren Dienst am Himmel. In den letzten Jahren wurde die Concorde nur noch auf den Strecken Paris- New York und London- New York eingesetzt, da sich alle anderen Strecken als unwirtschaftlich erwiesen hatten. Zuletzt lag der Preis für ein Ticket von London nach New York mit der Concorde bei etwa 8000 Euro. Wer von London nach New York jettete, überholte auf dem nur drei Stunden dauernden Flug dabei sogar den Lauf der Zeit. Auf dem Weg über den Atlantik benutzte die Concorde spezielle Überschallrouten, auf denen sie eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 2,2 und eine Höhe von 18.000 Metern erreichte. Dabei wurde das Material so stark beansprucht, dass sich das Flugzeug während des Fluges um etwa 6 cm ausdehnte. Ausgdehnt war auch der Service an Bord: Die Speisekarte der Concorde wurde exklusiv von den Starköchen der Welt zusammengestellt, und nicht wenige nannten den "Weinkeller" der Concorde den besten der Welt. Wer sich nicht gerade die edlen Tropfen auf der Zunge zergehen ließ oder mit dem Weltstar im Sitz neben ihm plauderte, konnte immer noch aus dem Fenster schauen und einen einmaligen Blick auf die Erdkrümmung genießen.

Nach dem Absturz einer Concorde in Paris am 25. Juli 2000 wurden alle Concordes vorerst gegroundet bis die Fluggesellschaften Modifizierungen an den Tanks der Flieger vorgenommen hatten. Im November 2001 wurde die Concorde schließlich wieder für den Liniendienst zugelassen. Obwohl die Concorde schon ein Vierteljahrhundert im Einsatz stand, hatte sie erst die Hälfte der Flugstunden erreicht, für die sie ausgerüstet wurde. Doch schon bald merkten Air France und British Airways, dass der Absturz Spuren hinterlassen hatte - immer weniger zahlungskräftige Kunden fanden sich an Bord der Überschallflieger ein. Aufgrund der extrem hohen Unterhaltskosten entschieden sich Air France und British Airways 2003 schweren Herzens, das Prestigeflugzeug außer Dienst zustellen. Air France stellte die Concordeflüge zum 31. Mai 2003 ein, am 24. Oktober 2003 folgte British Airways unter den Augen tausender Menschen am Flughafen London-Heathrow. In den darauffolgenden Wochen wurden alle Concordes an Museen in aller Welt transferiert. Mangels ernstzunehmender Entwicklungen von potenziellen Nachfolgern wird man sich wohl daran gewöhnen müssen, die einzigen Überschalljets in der Zivilluftfahrt auch weiterhin nur im Museum vorfinden zu können.

© LK

www.baconcorde.com

   
   

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