Boeing 787

Die Boeing 787 "Dreamliner" ist Boeings Antwort auf Airbus' Mega-Jumbo A380. Allerdings orientiert sich die 787 an einem anderen Konzept: Während der A380 auf den Flugverkehr zwischen den internationalen Drehkreuzen der Airlines und bedeutenden Routen wie London - New York zugeschnitten ist, richtet sich die Boeing 787 auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr zwischen weit entfernten Städten. Boeings Marktanalysten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Fluggäste in Zukunft weniger Wert auf Umsteigerflüge zwischen den Ballungszentren legen, sondern eine höhere Zahl an Direktverbindungen wünschen.

Damit die Fluggesellschaften sich diese Direktverbindungen auch leisten können, braucht es ein besonders effizientes Flugzeug. Eine für Boeing besonders schmerzliche Erkenntnis, wollte man doch die Luftfahrt anfangs mit dem futuristischen "Sonic Cruiser", einem an der Schallgrenze fliegenden Langstreckenjet, revolutionieren. Trotzdem lässt sich erkennen, dass Boeing auch mit seiner 787 ein wirklich revolutionäres Flugzeug in der Pipeline hat. Um das Flugzeug besonders leicht zu machen, werden im "Dreamliner" erstmals ausschließlich Verbundstoffe verwendet. Gleichzeitig erhält die 787 eine neuartige Form zur Verringerung des Luftwiderstands. Das markanteste Beispie hierfür, das haiflossenartige Leitwerk, wurde jedoch für das endgültige Design nicht übernommen. Neuentwickelte Triebwerke von GENX und Rolls-Royce sollen zusätzlich dazu beitragen, dass die 787 gegenüber heutigen Flugzeugmodellen etwa 20% weniger Treibstoff benötigt.

Auch in der Kabine soll es Boeing zufolge revolutionär zugehen. Durch eine höhere Luftfeuchtigkeit wird in der Kabine ein Druck wie auf Meereshöhe herrschen. Riesige Kabinenfenster sollen einen ungetrübten Blick nach draußen ermöglichen. Um den Wünschen der Passagiere besser gerecht zu werden, hat Boeing von Anfang an die Öffentlichkeit in die Entwicklung mit einbezogen und fragt auf der offiziellen 787-Website www.newairplane.com immer wieder in Umfragen nach den Vorlieben und Interessen der Fluggäste.

Mit der 787 wagt Boeing den Spagat, mit einem Flugzeugmodell gleichzeitig die Kurz- und Mittelstreckenflieger wie den Airbus A300 und die Boeing 757 zu ersetzen, sowie einen ädequaten Ersatz für die Langstreckenmaschine Boeing 767 zu bieten. Dafür wird es die 787 in verschiedenen Varianten geben: Die 787-3 zielt auf das Gebiet der Mittelstrecken, während die 787-8 den Ansprüchen für Langstrecken gerecht werden soll. Eine verlängerte Version, bisher 787-9 genannt, ist in der weiteren Planung.

Durch eine Bestellung der japanischen ANA wurde 2004 der offizielle Startschuss für die 787 gegeben. Mit der Produktion soll 2006 begonnen werden, der Erstflug soll 2007 folgen, erste Auslieferungen sind für 2008 geplant.

© LK

www.boeing.com

   
   

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