Boeing 717

Eines der jüngsten Flugzeuge der Boeingfamilie mit einer bewegten Karriere: Ursprünglich wurde sie gar nicht von Boeing entwickelt, sondern vom Konkurrenten McDonell Douglas als MD-95. Als Boeing 1997 Mc Donell Douglas aufkaufte und alle Produktreihen einstellte, blieb das Projekt MD-95 als einziges am Leben und wurde zur Boeing 717 umfunktioniert. Einziger Kunde war bis dato die Billigairline Valujet (jetzt AirTran), die 50 Maschinen plus 50 Optionen bestellt hatte. Nach einem Absturz einer Valujet-DC-9 in den Everglades, der Valujet die Fluglizenz kostete, schien der einzige Kunde der Boeing 717 (MD-95) verloren und das Projekt zum Flop ausgeartet. Doch schliesslich bekam Valujet (bzw. AirTran) nach wiedererlangter Flugberechtigung ihre erste Boeing 717, und auch TWA (jetzt American Airlines) orderte.

Zwar ist die Boeing 717 neu, doch im Grunde ist sie nichts weiter als eine Neuauflage der DC-9 aus den sechziger Jahren. Dem Boom im Regionalfliegergeschäft wollte sich Boeing nicht entziehen, und so wurde die MD-95 zur Boeing 717, um Boeings Lücke auf dem Markt der Regionaljets zu füllen. Dennoch ist die Boeing 717 keine optimale Lösung. Die Retorten-DC-9 ist nicht für voll für heutige Ansprüche konzipiert worden, ihre Wirtschaftlichkeit hält sich in Grenzen und es fehlt (der alles entscheidene Punkt) an einer Flugzeugfamilie, die das Modell für Fluggesellschaften interessant macht.

Natürlich hat sich aber zur ursprünglichen DC-9 sehr viel geändert. Das Flugzeug ist mit einem modernen Glascockpit mit sechs Flüssigkristallbildschirmen von Honeywell ausgerüstet, sowie mit neuen BR715-Triebwerken von Rolls-Royce. Die 717 bietet in einer zwei-Klassen-Bestuhlung 106 Passagieren Platz und hat eine Reichweite von kanpp 3000km.

Aufgrund des äußerst zäh laufenden Absatzes entschied Boeing, die Produktion der 717 nach Fertigungsende aller ausstehenden Orders einzustampfen. Mit dem Ende der 717 verschwindet auch das letzte Erbe von McDonnell Douglas aus der Zivilluftfahrt.

© LK

www.boeing.com

   
   

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